Hier finden Sie in einem kleinen Lexikon und mit möglichst einfachen Worten die Erklärung typischer Begriffe aus dem Bereich der Kommunikationstrainings:
Feedback heißt Rückmeldung, also: wie wirkt es? Ohne Feedback ist wie mit geschlossenen Augen Autofahren - es gibt keine Rückmeldung über das Lenkergebnis.
Mit 360-Feedback sind spezielle organisierte Feedback-Prozesse im Unternehmen gemeint, die sowohl Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter als auch Kunden, Lieferanten o.. einbeziehen.
Es steht immer das Ziel im Vordergrund, der Wunsch nach Entwicklung oder Veränderung und was dafür notwendig ist. Der "Blick zurück" ist anders als in manchen Therapieansätzen nur sinnvoll, wenn es für den "Weg nach vorn" hilfreich ist. Der Klient bleibt für die ganze Zeit verantwortlich für seinen Prozess.
Eine Beratung speziell zu Fragen aus dem Spannungsfeld zwischen Persönlichkeit und Beruf. Meist regelmäßige Einzelgespräche zwischen Coach und Gecoachtem mit dem Ziel, Themen wie z.B. Führungsstil, Karriere, persönliche Potentialentwicklung, Zielorientierung, berufliche Identität oder Konflikte zu klären. Gelegentlich gibt es auch "Gruppencoaching", also Coaching in Kleingruppen zu bestimmten Fragestellungen.
Entweder synonymer Begriff zum Coaching, oder aber fachlich orientierte Beratung durch erfahrene Berufspraktiker. In Berufen des sozialen Bereichs wird das Wort Supervision eher verwendet, in anderen Branchen überwiegt der Begriff Coaching.
< Übersichtvon Lore und Fritz Perls in den 50er Jahren entwickelter und von
Hilarion Petzold zur "Integrativen Therapie" weiterentwickelter
Ansatz. Demnach wird uns Verhalten davon gesteuert "Gestalten zu
schließen", d.h. angefangene oder noch offenen Fragen zu klären,
unerledigte Geschäfte (auch die aus der eigenen Biografie) zu
vollenden. Ausgehend von einem ganzheitlichen Menschenbild liegt der
Schlüssel für vieles im Hier und Jetzt. Alles Ver- gangene und
Zukünftige spielt nur eine Rolle, wenn es im Hier und Jetzt
bedeutsam ist. Als wesentliche Vertreterin der
Humanistischen Psychologie verbindet
die G. damit östliche Philosophie mit westlichem Veränderungsansatz.
Basis aller Zusammenarbeit ist der "Kontakt" zwischen Berater und
Klient. Mit einer sensiblen Mischung aus Akzeptanz und Konfrontation
("skillfull frustration") werden integrierte Lösungen möglich.
Oberbegriff für alle Prozesse, die zwischen den Mitgliedern eines Teams oder einer Gruppe stattfinden und so dem ganzen Gruppengeschehen eine Bewegung geben. Typisches Beispiel ist die "Wahl" von informellen Führern und Außenseitern im Gruppenbildungsprozess. Aspekte der Gruppendynamik sind besonders bei der Team-Entwicklung bedeutsam.
< ÜbersichtEine von A. Maslow u.a. entwickelte Richtung der Psychologie, die
in den 50er Jahren des 20 Jahrhunderts entstand. In Abgrenzung zur
klassischen Psychotherapie wird der Klient nicht mehr als "krank"
oder defizitär gesehen, sondern jeder Mensch ist von vorneherein mit
allem ausgestattet, was er für ein erfülltes Leben braucht.
Folgerichtig sind auch alle auf den ersten Blick noch so unsinnig
wirkenden Verhaltensweisen in irgendeiner Weise sinnvoll, oder waren
es zumindest in der Vergangenheit des Klienten. Aufgabe der Beratung
oder Therapie ist es, den aktuellen Nutzen von Verhaltensmustern neu
zu klären. Ansatz nach Karl Rogers ist daher unbedingte
Wertschätzung der Person des Gegenübers, eigene Authentizität und
empathisches Einfühlungsvermögen in die subjektive Situation
des Gegenübers. Wichtige Vertreter der Humanistischen Psychologie
sind u.a. die Bioenergetik (A. Lowen), die Gesprächspsychotherapie
(Karl Rogers), das Psychodrama ( L. Moreno), die
Gestalttherapie (L. u. F. Perls), die
Themenzentrierte Interaktion (R. Cohn) und die
Transaktionsanalyse (E. Berne).
Eine Art der Konfliktlösung. Nach Christoph Thomann geht es
zuerst darum, dass sich jeder der Beteiligten über seine eigenen
Interessen und Sichtweisen klar wird. Durch den sogenannten "Dialog
der Wahrheit" können die Konfliktparteien dann Verständnis für die
Sichtweise der anderen Seite erlangen, so dass dadurch dann eine
nachhaltige Versöhnung oder Vereinbarung für die weitere Zukunft
möglich ist. Die Rolle des Klärungshelfer ist hier, den Kontakt
wieder herzustellen, beide Seiten verstehen zu wollen und das
gegenseitige Verständnis zu fördern und dabei u. U. als eine Art
"Übersetzer" aufzutreten.
Selbstverständlich findet jedes Lernen und jede Entwicklung immer
ganzkörperlich statt, also nicht nur mit dem Kopf. Erst durch die
Verbindung mit körperlicher Bewegung prägt sich Erlebtes ein.
Insofern haben körperaktivierende Methoden fast überall im Seminar
ihren Sinn. Ob es sich um Entspannungs-, Aktivierungs- oder sonstige
Bewegungen handelt, entscheidet der Kontext.
Vereinfachte Sichtweisen über das, was bei Kommunikation
stattfindet. Als Beispiel sei hier das Kommunikationsquadrat von
Prof. Friedemann Schulz von Thun genannt. Es sieht in jeder
Botschaft vier Seiten, also in jeder Botschaft steckt 1. ein
sachlicher Anteil, 2. eine Aussage über den Sprechenden, 3. eine
Aussage darüber wie der Sprechende die Beziehung zum Zuhörer
einschätzt und 4. einen Appellanteil. Die Frage am Mittagstisch":
"Was ist denn das Grüne da in der Suppe?" lässt sich also zum
Beispiel (aber nur zum Beispiel!) so verstehen: 1. "Da ist etwas
Grünes in der Suppe." 2. "Das macht mich ziemlich misstrauisch!" 3.
"Was setzt du mir da für ein komisches Zeug vor die Nase?" und 4.
"Bitte in Zukunft keine solchen Experimente mehr!". Es liegt an der
Wahrnehmung des Hörers, auf welche dieser vier Aspekte er reagiert:
z.B. 1. "Das sind chinesische Wurzeln!" 2. "Das hat mir Deine
Freundin Renate empfohlen, es ist..." 3. "Wenn's dir nicht schmeckt,
dann koch dir doch selber was!" und 4. "Probier' doch wenigstens
erst mal!".
eine Art der Konfliktlösung. Hierbei tritt der Mediator als eine
Art allparteilicher Vermittler auf, der zwischen den eventuell
unüberwindlich gewordenen Graben der Parteien hin und herpendelt.
Methode ist, von Positionen zu Interessen, also von unverrückbaren
Standpunkten zu den dahinterliegenden Vorstellungen, Wünschen und
Erwartungen zu kommen. So ist es wesentlich leichter, nachhaltige
Einvernehmlichkeit zu erzielen. Ziel ist es oft, zu einer stabilen
Einigung zu kommen, ohne dabei den Gerichts- oder Klageweg
beschreiten zu müssen.
Eine Art der Gesprächsleitung, bei der meist nach den Regeln des
TZI versucht wird, Besprechungen oder Workshops
zu strukturieren. Methoden sind im Wesentlichen: Einführung einer
wertschätzenden Art der Kommunikation, Visualisierung aller
wesentlichen Punkte, Fokussierung auf klare Einzelfragen,
Berücksichtigung des Gruppenprozesses und Integration eventuell
auftretender Störungen.
Neuro-Linguistisches Programm, von Grinder und Brandler in den
60er Jahren entwickelte Methodensammlung, um mit Einzelnen und
Gruppen schnell und wirksam Ziele zu erreichen. NLP sieht sich als
eine Synthese verschiedener psychologischer Systeme. Durch die
Analyse der individuellen Verhaltensweisen bekannter Therapeuten
wurden erfolgreiche Grundstrukturen von Sprache und Verhalten
entwickelt. Mit NLP lassen sich die eigenen eingefahrenen Denk- und
Verhaltensschemata auf ihre aktuelle Sinnhaftigkeit untersuchen und
eventuell umdefinieren.
In vielen Beratungssituationen ist es sinnvoll, auch die
nicht-rationalen Quellen anzuzapfen. Eine Möglichkeit ist die
Verwendung von sogenannten Phantasiereisen, die richtig angeleitet
zu Lösungsbilder zu den jeweiligen Fragestellungen führen können -
natürlich ohne dass der Reisende dabei die Kontrolle über sich
verliert - Auch für kreative Fragestellungen sind
Kreativitätstechniken, wie z.B. das Brainstorming, eine gute
Möglichkeit zu vielen ungewöhnlichen Ideen zu kommen.
Eine der Methoden, in Seminaren und Workshops realitätsnah Themen
zu bearbeiten. Mit den tatschlichen Beteiligten oder "Statisten"
werden reale Situation nachgestellt oder "vorgebt", mit dem Ziel,
möglichst praxisnah und doch in geschatzter Übungssituation
individuelle Lösungen für konkrete Fragen zu finden.
im Sozialen Bereich üblicher Begriff für Team-Entwicklung oder Klärungshilfe, wenn es darum geht, konkreten Fragen eines Teams bezüglich der Zusammenarbeit und des Umgangs miteinander nachzugehen und eventuell Störungen auszuräumen. "Fall-Supervision" dagegen ist die inhaltliche Begleitung von z.B. Therapeuten durch einen erfahrenen Kollegen, um die inhaltliche Vorgehensweise und eventuell daraus resultierende persönliche Fragestellungen der Supervisanten bei den "Fällen" vor- und nachzuklären.
Neuerdings auch für nicht-therapeutische Branchen der Begriff
"Business Supervision", um zu zeigen, dass es auch hier um ein
Verstehen der Hintergründe gehen muss .
Die vielfältigen "Fäden", die sich zwischen den Mitgliedern einer
Gruppe, eines Systems spinnen, ergeben häufig ein komplex gewobenes
Netz. Dieses setzt sich zusammen aus Kooperationsstrukturen (also
wer arbeitet mit wem wie zusammen?), den strukturellen
Rahmenbedingungen (also z. B. die hierarchische Struktur des
Unternehmens), den zwischenmenschlichen Beziehungen und den
vorherrschenden Verhaltensnormen. Aus diesen Aspekten ergibt sich
eine ganz eigene Dynamik. Erst die ganzheitliche, systemische
Betrachtung legt offen, wo sinnvolle Interventionen im System
möglich sind.
auch Supervision genannte Treffen von
Mitgliedern einer Arbeitsgruppe, um konkrete Fragen der
Zusammenarbeit zu besprechen und eventuelle Störungen auszuräumen.
Ursprünglich war Teamcoaching eine Variante des Einzelcoachings,
also Coachingtreffen in einer Gruppe sonst nicht zusammenarbeitender
Einzelcoachees. Inzwischen hat sich der Begriff aber etabliert zur
Bezeichnung eines Prozessbegleitung für Arbeitsteams. Diese findet
sinnvollerweise monatlich ca. 3-4 stündig oder halb/ganzjährig 1-2
Tage statt.
Jedes Team, was sich bildet, durchläuft im Laufe seiner
Lebenszeit verschiedene Phasen: Neue Teams sind noch wackelig, die
Mitglieder fühlen sich etwas heimatlos, brauchen starke
Unterstützung, später entstehen in vielen Teams notwendige Konflikte
und Streitigkeiten, um sich dann über ein gemeinsames Vorgehen
einigen zu können. Routinierte Teams sind zwar effizient, neigen
aber zu Scheuklappen und Inflexibilität. Nach den Ideen des
situationsbezogenen Führungsstiles ist es Aufgabe der
Mitarbeiterfhrung, Mitarbeiter und Teams entsprechend der Teamphasen
zu steuern und zu unterstützen.
von Ruth Cohn entwickeltes populäres Verfahren der
Humanistischen Psychologie für
Gruppenarbeit. Der Nachdruck liegt auf der Lebendigkeit des
gemeinsamen Prozesses mit dem Ziel, wachstumsfreundliche
ganzheitliche und ehrliche Lösungen zu finden. Methoden sind u.a.
die Herstellung eines ausgewogenen Gleichgewichts zwischen Person,
Gruppe, Thema und Rahmenbedingungen ("globe").
von Eric Berne in den 60er Jahren entwickeltes
Behandlungskonzept. Es fußt auf der Vorstellung, dass unser Denken,
Fühlen und Verhalten von drei Persönlichkeitsanteilen geleitet ist:
dem "Eltern-Ich" dem "Erwachsenen-Ich", und dem "Kind-Ich". Die
"Analyse der Transaktionen" hilft, die Erledigung der menschlichen
Geschäfte zu verstehen. Unbewusste "Spielchen" können mit ihren
Hintergründen verstanden und verändert werden.